Digital Media Producer, Dozent, Comedian

Biographie

Über Martin Bauer

Martin Bauer kommt am 11.11.1975 im oberbayerischen Erding zur Welt. Nach diversen Ausbildungen und Studium im Medienbereich arbeitet er heute als Autor und Producer u.a. für den Bayerischen Rundfunk. Außerdem ist er als Coach und Dozent an mehreren Bildungseinrichtungen tätig.

Seit 2012 steht Bauer mit dem Dresdner Christoph Stelzner mit der Sächsisch-Bayerischen Satireshow auf Bühnen in ganz Deutschland. Heute lebt er mit Freundin und Hundedame Dora in München.

STUDIUM

10/04 – 03/07:

Aufbaustudium Information and Communication Sciences an der Hochschule Mittweida (FH) – University of Applied Sciences, Mittweida/Sachsen; Abschluss: Master of Arts, Note: sehr gut; Thema der Masterarbeit: „Vom Ipod zum IRadio: Podcasting als Vorbote des individualisierten Hörfunks“
10/97 – 03/02: Studium der Medientechnik an der Hochschule Mittweida (FH) - University of Applied Sciences, Mittweida/Sachsen; Hauptfach: Hörfunk; Abschluss: Dipl.-Ing. der Medientechnik, Note: gut ; Diplomarbeitsthema: „Distribution von Hörfunkelementen im Internet am Beispiel www.radioclick.de
 10/96 – 07/97:  SAE (School of Audio Engineering) München; Abschluss: Audio Engineer Diploma, Note: 2,3

 

 BERUFSERFAHRUNG

 

02/11 - 09/12: Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg - Schweinfurt im Studiengang Medienmanagement. Lehrgebiet: „Produktion im Hörfunk“, „Podcasting“
10/11 - 02/12

Referent am Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e.V. (u.a. im Auftrag von RTL 2) . Gebiet: Online-Video

Seit 02/09:

Referent am Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e.V. (u.a. im Auftrag von RTL 2) . Gebiet: Online-Video

Seit 10/08:

Dozent an der Hochschule für Musik und Theater München im Studiengang Musikjournalismus. Gebiet: Audio Editing, Podcasting, Social Media,

Seit 04/07:

Autor und Produzent des Sinnflut-Video-Blog und Sinnflut-Audio-Podcast der Sinnflut Kultur GmbH

Seit 07/06:

Autor und Produzent des Podcast „Ein Leben in Erding“: ausgezeichnet mit dem Deutschen Podcast Award 2007 in der Kategorie KULTUR/Vergnügen

Seit 04/06:

Autor bei Bayern 3, Autor und Produzent der Serie „Bayerisch für Anfänger“ und "Wiki-Peter"

Seit 06/04:

Sounddesign-Produzent bei Bayern 3

04/04 – 05/04:

Sounddesign-Produzent bei JUMP/MDR

09/03 – 12/03:

Reporter bei OAK 107 FM in Loughborough/Mittelengland: Stipendium „Leonardo Da Vinci“ der Europäischen Union

09/01 – 08/03:

redaktionelles Volontariat bei Antenne Bayern; Tätigkeit: Nachrichten-Redakteur und Sprecher, Reporter, Börsenberichterstatter
Seit 05/02:

Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Mittweida. Lehrgebiet: „Produktion im Hörfunk“, „Podcasting“

04/01 – 05/01:

redaktionelles Praktikum bei Antenne Bayern

04/00 – 08/01:

Freier Mitarbeiter bei Radioclick als Onlineredakteur, Autor und Produzent.

03/00:

Praktikum bei Radioclick unter Bayern3-Comedy Autor Markus Walsch, Erstellung kompletter Comedys für diverse Radiostationen, Texte schreiben und sprechen. Technische Produktion der Comedy-Serie „Sanatorium Waldkatzenberg“ und „Keksi und Bussi“ für Bayern3

12/99 – 02/00:

Praktikum bei H5B5 Media AG im Bereich Sounddesign. Sendemischung von „Timeslot“ und „History“ in Dolby Surround. Tonaufzeichnung bei EB-Drehs.

10/99 – 11/99:

Hospitanz bei Bayern 3 im Bereich Sounddesign und Produktion. Assistenz am ProTools-System

09/99:

Praktikum bei Radio Charivari Rosenheim: Erstellung kompletter sendefähiger Beiträge

08/98:

Freier Mitarbeiter bei Peoplesoft Unterföhring: Überarbeitung von Internetseiten, Umgang mit relationalen Datenbanken, grafische Anpassung von Eingabemasken mit Peopletools

04/98 – 07/99:

Moderator der Jugend-TV-Sendung „Boom“ und „Propeller“ beim Hochschulsender TV Novum in Mittweida

10/97 – 04/01:

Redakteur, Moderator und Produzent beim Hochschul-Lokalradio Radio Novum in Mitweida.

 

 Was bisher geschah:

Übrigens: Die Namensgebung ist nicht auf seinen Geburtstag (11.11. ist Martinstag), sondern auf den Vornamen seiner Großmutter “Martina” zurückzuführen. Es ist nur ein Gerücht, dass seinen Eltern beim sechsten Sohn die Ideen für die Vornamen ausgingen.

Auch wenn Bauer keine eigenen Kinder hat, der Bauer-Clan wächst weiter. Bauer ist mittlerweile 17-facher Onkel. Eine kleine Feier im engsten Kreis der Familie wird dann schnell zu einer organisatorischen Meisterleistung. Die deutsche Bahn zittert bis heute vor dem Tag, wenn das Bauer-Oberhaupt eine Familienticket bucht. Ein Börsenerdbeben wäre zu erwarten. Das ist übrigens der wahre Grund, warum die Bahn bis heute nicht an die Börse gegangen ist.

Martin Bauer mit seinen 5 Geschwistern

Fast alle Geschwister musizieren fleißig vor sich hin, so dass es kaum möglich ist durch das Hause Bauer zu gehen, ohne über eine Gitarre, Schlagzeug, Kontrabass oder Klavier zu stolpern. Als eines Tages der kleine Bauer wieder mal sich fast die Beine bricht, als er über die brüderliche Klampfe strauchelt, merkt er sehr schnell. “Mensch, die Dinger sehen ja nicht nur gut aus, da kommen ja auch Töne raus.” Und so bekommt er ab dem 8ten Lebensjahr Klavierunterricht mit sehr mäßigem Erfolg. Mit 13 Jahren kommt dann noch E-Gitarre dazu. Das klappte schon besser. Warum? Vermutlich war die Möglichkeit, damit bei Frauen Eindruck zu hinterlassen die größte Motivation.

Bauer zeigt einen enormen Ehrgeiz bei allen Dingen, die ihn interessieren. Die Schule gehört dazu allerdings nicht. Wenn heute jemand über die Sinnhaftigkeit des bayerischen Gymnasialsystems philosophiert, ob nun G8 oder G9 besser sei, kann Bauer nur müde lächeln: Er genießt in den 90ern das bis heute wenig verbreitete G11-Modell. Die 7te und 9te Klasse gibts bei ihm im Doppelpack. Nebeneffekt: Bauer lernt das Scheitern. Gepaart mit einem gehörigen Maß an Selbstüberschätzung sind das die beiden besten Voraussetzungen, um sich später auf die Bühne zu trauen.

Anfang der 90iger Jahre geschieht das zum ersten Mal mit seiner Erdinger Pop-Band Gsus4. 1994 geht die Band ins Tonstudio. Herauskommt eine Maxi-CD. Die Band löst sich auf. Eins jedoch bleibt: Die Begeisterung für Tontechnik. Folge: Ausbildung zum Audio Engineer im Jahr 1996/1997 in München.

Und noch eine Begeisterung entsteht: “Radiohören”. Im Kinder- und Jugendzimmer der 80er Jahre gibt es noch keinen Fernseher, dafür funken schon die ersten Privatradios. Und die aus München erreichen auch die Kleinstadt Erding. Insbesondere Comedysendungen begeistern Bauer: “Langemann und die Morgencrew” mit Bully Herbig und Rick Kavanian auf Gong 96,3 ist Pflichtprogramm. Und wenn der Sender mal nicht reingeht, dann wird bei “Erwin Pelzig” und “Karl Auer” bei Bayern 3 lauter gedreht.

Überhaupt: Das Spiel mit dem Wort gefällt Bauer. Er versucht damit schon als Kind andere zu begeistern. Schon in der zweiten Klasse steht in seinem Zeugnis “Bauer unterhält seine Mitschüler mit kleinen Späßchen”. Da wird dann der Kassettenrecorder im Kinderzimmer zum Radiostudio umfunktioniert und mit den Spielkameraden die große “Samstagabendshow” am Dienstagnachmittag “gesendet”.

Doch zurück in die 90iger: Tontechnik und Radiomachen - das war Bauers Wunsch. Und es scheint so, dass er diesen Wunsch in Sachsen verwirklichen kann. Dort gibt es an der Hochschule Mittweida den neuen Studiengang Medientechnik, der beides verbindet.

Bauer zieht im Sommer 1997 recht unbekümmert nach Sachsen, in den Osten. Dieser Osten ist zu dieser Zeit noch deutlich geprägt von 40 Jahren Kommunismus. Viele in seinem Bekanntenkreis sind verwundert, über Bauers Schritt aus dem Speckgürtel Münchens in eine trostlose, zerfallene Kleinstadt mitten in Sachsen zu gehen. Bauer genießt aber diesen Schritt. Endlich mal weg von zu Hause und günstig wars im sächsischen Mittweida obendrein: “Auf des Steuerzahlers Kosten, studieren wir billig hier im Osten!”

Gleichzeitig lernt Bauer 1997 den aus Chemnitz stammenden Kommiliton Christoph Stelzner kennen. Sie sitzen in derselben Seminargruppe. Schnell wird klar: Auch, wenn sie aus vollkommen unterschiedlichen Kulturkreisen stammen. Sie teilen beide die Begeisterung für Unfug, Wortwitz und schräge Gedanken - und das Radiostudio an der Hochschule Mittweida ist der ideale Spielplatz dafür.

Fast 4 Jahre lang ist Bauer beim Studentensender Radio Mittweida aktiv: Er moderiert und produziert mit Stelzner Mini-Comedy-Serien. Aber während der Zeit will er auch lernen, wie es die Profis machen. Diverse Praktika führen in 1999 zu Radio Bayern 3, wo er den Comedian Markus Walsch kennenlernt. Walsch produziert damals mehrere Comedyformate für Bayern 3 (Sanatorium Waldkatzenberg, Keksi und Bussi, Karl Auer). Bis heute ist Walsch einer der wichtigsten Mentoren in Bauers beruflichem Werdegang. Kein Scherz: Markus Walsch ist übrigens auch Bauers Zweitprüfer bei seiner Diplomarbeit zum Dipl. Ing. Medientechnik (FH).

Die ernsteren Seiten des Radiomachens lernt Bauer ab 2001 beim erfolgreichsten Privatsender Deutschlands “Antenne Bayern” kennen. Im Rahmen eines journalistischen Volontariats ist er dort als Nachrichtenredakteur und als Reporter im Einsatz und nahezu täglich auf Sendung. Danach: 11. September, New Economyblase platzt, Rezession, Werbeeinnahmen gehen zurück. Bauer wird nach 2 Jahre nicht übernommen. 

Auch Stelzner hat 2003 gerade eine “Wartephase” in seinem Leben. Stelzner und Bauer bewerben sich deshalb unabhängig voneinander für ein 3 monatiges Stipendium der europäischen Union in Mittelengland in der Kleinstadt Loughborough. Beide werden genommen. Beide landen als Praktikanten beim Lokalradiosender OAK FM. In der Zeit wird beiden klar: Egal, ob sächsisch oder bayerisch: In England versteht uns keiner! Das vereint!

Trotzdem: Danach trennen sich erstmal wieder die Wege von Stelzner & Bauer. Bauer beginnt 2004 bei Radio Bayern 3 als freier Producer und Autor zu arbeiten. Zunächst wird er nur im Zwei-Wochen-Rhythmus gebucht. Bauer entschließt sich die “freie” Zeit in ein Aufbaustudium zu investieren, wieder im sächsischen Mittweida. Im Rahmen des kommunikationswissenschaftlichen Studiums setzt er sich intensiv mit einer neuen Form des Radiomachens auseinander: Podcasting - ohne die Deutungshoheit der etablierten Sender, ohne das Fallbeil eines Chefredakteurs konnte jetzt jeder anfangen zu senden. Und Bauer tut das auch. Im  Rahmen seiner Masterarbeit produziert er 2006 den Comedy-Podcast “Ein Leben in Erding” - ein humoristischer wöchentlicher Rückblick auf Geschehnisse in der oberbayerischen Kleinstadt Erding, in die er wieder zurückgezogen ist. “Ein Leben in Erding” schlägt hohe Wellen. So hohe Wellen, dass er 2007 mit dem Deutschen Podcast Award in der Kategorie Unterhaltung ausgezeichnet wird. Die Sache hat leider einen Haken: Man kann damit keinen Pfennig verdienen.

2007 gibt es in Bauers Leben ein weiteres sprichwörtliches einschneidendes Erlebnis. Sein Bruder Franz, der seit seinem 20ten Lebensjahr an einem chronischen Nierenversagen leidet, braucht eine neue Niere. Im Großfamilienkreis wird diskutiert. Alle 5 Geschwister erklären sich bereit den Schritt zu gehen. Letztendlich entscheidet die Einschätzung der Ärzte, wer als Spender am Besten geeignet ist. Bei Bauer wurde festgestellt, dass seine Niere perfekt zu Franz passen würde. Die Ärzte sprechen von einem perfekten Match, wie sie ihn sonst nur bei Zwillingen kennen. Im September 2007 ist der Transplantationstermin. Alles läuft perfekt. Bis heute arbeitet die Niere optimal. Spender und Empfänger sind wohlauf. Und Bauer spart sich ab sofort ein Haufen Geld: Ihm reicht fürs Motorradfahren ein halber Nierengurt.

Zwischen 2006 und 2010 ist Bauer auch vermehrt als Comedyautor bei Bayern 3 aktiv. Es entstehen Serien wie “Bayern für Anfänger” und “Wiki-Peter” (insgesamt weit über 200 Folgen). Aber nach gefühlten 10 Jahren Arbeit im Radio stellt sich Bauer die Frage, ob man nicht zusätzlich auch was Neues probieren sollte, außerhalb der etablierten Medien, außerhalb eines Systems in dem das Produkt dem Vorgesetzten gefallen muss. Stelzner bewegen ähnliche Gedanken. Beide beschließen ein neues Audioformat zu entwickeln, dass vor allem von der Improvisation lebt. Es wird eine Talkshowsatire im Podcast-Format: “Talk in der Taverne”. Abwechselnd schlüpfen Stelzner & Bauer in die Rolle verschiedener skurriler Studiogäste. Zudem spielen Stelzner & Bauer die eitlen Moderatoren “Wolfram Brechtel” und “Gisbert Knock” selbst. Nach ca. einem Jahr und 15 einstündigen Sendungen entsteht die Idee “Talk in der Taverne” auf die Kleinkunstbühne zu bringen und das obwohl beide so gut wie keine Erfahrung als Schauspieler auf der Bühne haben. Ähnlich, wie bei ihren Figuren trifft in diesem Moment manchmal Selbstüberschätzung auf Scheitern. Nicht jeder Auftritt kommt beim Publikum an. Einige Auftritte müssen mangels Nachfrage abgesagt werden. Aber wenn ein Auftritt funktioniert, dann wissen beide: “Das ist geil! Das wollen wir machen”. Es wird trainiert, umgeschrieben, es werden Comedian-Kollegen befragt und es wird gespielt, gespielt, gespielt.

2015 entsteht das zweite Programm. Diesmal entscheiden sich die beiden ihre angeborenen Eigenschaften in den Mittelpunkt zu stellen. Stelzner ist Sachse - Bauer ist Bayer - es entsteht die Sächsisch-Bayerische Satireshow. Sie bauen zusätzlich zu Videoclips noch viel Musik ein. Stelzner spielt Keyboard und Cajon und Bauer kann endlich wieder seine E-Gitarre aus den 90igern auspacken. Eine gute Idee: Sprunghaft steigen die Zuschauerzahlen. Die Kritiken fallen extrem positiv aus. Die jahrelange Arbeit hat sich gelohnt. Im März 2017 stehen Stelzner & Bauer zum 100ten mal gemeinsam auf der Bühne. Sprachlich verständigen können sie sich jedoch bis heute nicht.

Sein Wissen und seine Erfahrung gibt Bauer seit 2002 an diversen Hochschulen und Bildungseinrichtungen weiter. So ist Bauer Lehrbeauftragter im Fach Hörfunkproduktionslehre an der Hochschule Mittweida. Seit Herbst 2008 ist er Workshop-Dozent für den Studiengang Musikjournalismus an der Hochschule für Musik und Theater München, er unterrichtet zudem am Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e.V. in München im Gebiet „Online-Video“.